HPV einfach erklärt

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HPV einfach erklärt: Was es ist, wie es sich überträgt und wie ein Test abläuft

HPV, das humane Papillomvirus, gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt, und die Chancen stehen gut, dass du im Laufe deines Lebens mit ihm in Kontakt kommst, ganz gleich wie vorsichtig du bist. Die meisten Menschen merken davon nichts, weil eine HPV-Infektion in der Regel keine spürbaren Beschwerden verursacht. Übertragen wird es über engen Intimkontakt, und es betrifft grundsätzlich alle sexuell aktiven Menschen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Die meisten Infektionen heilen von selbst ab, manche Typen können aber länger bestehen bleiben, weshalb Aufklärung eine wichtige Rolle spielt.

In diesem Beitrag schauen wir uns an, was HPV eigentlich ist, wie es sich überträgt und was du über HPV-Tests wissen solltest.

Was ist HPV?

HPV steht für eine Gruppe von über 100 verwandten Viren, die Haut- und Schleimhautbereiche betreffen können. Es ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt: Man geht davon aus, dass die meisten sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV in Kontakt kommen.

HPV verläuft meist ohne Symptome, viele Menschen wissen also gar nicht, dass sie es haben. In den meisten Fällen heilt die Infektion von selbst ab, ohne gesundheitliche Folgen. Bestimmte Typen können jedoch länger bestehen bleiben. Einige Typen werden mit Genitalwarzen in Verbindung gebracht, andere werden medizinisch als Hochrisiko-Typen eingestuft. Was eine Infektion mit einem Hochrisiko-Typ für dich bedeutet, ordnet eine Ärztin oder ein Arzt ein.

Weil HPV so verbreitet ist und so oft unbemerkt bleibt, ist ein grundlegendes Verständnis dafür eine wichtige Basis für einen informierten und selbstbestimmten Umgang mit sexueller Gesundheit.

Wie wird HPV übertragen?

HPV überträgt sich in erster Linie durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt im Intimbereich, etwa bei vaginalem, oralem oder analem Sex. Anders als bei manchen anderen Infektionen braucht es dafür keinen Austausch von Körperflüssigkeiten, was mit ein Grund dafür ist, warum es sich so leicht überträgt. Auch enger Genitalkontakt ohne penetrativen Sex kann HPV übertragen, ein Übertragungsweg, der leicht übersehen wird.

Eine Übertragung kann auch dann stattfinden, wenn die infizierte Person keine sichtbaren Symptome hat, da HPV meist symptomlos verläuft. Das bedeutet: Man kann das Virus in sich tragen und weitergeben, ohne es selbst zu wissen. Gerade weil HPV so verbreitet und so leicht übertragbar ist, werden die meisten sexuell aktiven Menschen ihm irgendwann im Leben begegnen.

Wie lässt sich das Risiko senken?

Eine hundertprozentige Vermeidung von HPV ist nicht möglich, das Risiko lässt sich aber deutlich senken.

Eine Möglichkeit, über die du ärztlich sprechen kannst, ist die HPV-Impfung. Sie richtet sich gegen mehrere Hochrisiko-Typen sowie gegen Typen, die häufig Genitalwarzen verursachen. Empfohlen wird sie vor allem vor dem ersten Kontakt mit dem Virus. Ob eine spätere Impfung für dich infrage kommt, klärst du am besten in der ärztlichen Praxis.

Kondome und andere Barrieremethoden können das Übertragungsrisiko ebenfalls senken. Vollständigen Schutz bieten sie nicht, da HPV auch Bereiche betreffen kann, die nicht abgedeckt sind, sie senken aber das Risiko und auch das Risiko für andere sexuell übertragbare Infektionen.

Weniger wechselnde Sexualpartner:innen, ein offener Umgang mit dem Thema Sexualgesundheit und die Teilnahme an den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen gehören ebenfalls dazu. HPV ist zwar extrem verbreitet, mit diesen Schritten kannst du aber selbstbestimmt mit deiner sexuellen Gesundheit umgehen.

Was ein HPV-Test zeigt

Weil HPV meist ohne Symptome verläuft, merken viele Menschen nicht, dass sie dem Virus ausgesetzt waren. Die meisten Infektionen klingen von selbst ab, manche Hochrisiko-Typen können aber länger bestehen bleiben. Ein HPV-Test zeigt, ob zum Zeitpunkt der Probenentnahme eine Infektion mit Hochrisiko-Typen nachweisbar ist.

Bei Menschen mit Gebärmutterhals ist der HPV-Test in Deutschland Teil der gynäkologischen Vorsorge. Was ein Ergebnis für dich bedeutet und ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind, ordnet eine Ärztin oder ein Arzt ein. Ein Test stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Der Zugang zu HPV-Tests ist in den letzten Jahren einfacher geworden. Neben der Testung in der ärztlichen Praxis gibt es inzwischen auch Verfahren, bei denen du die Probe selbst entnimmst und im Labor auswerten lässt. Ein Testergebnis ersetzt dabei keine ärztliche Untersuchung: Bei einem positiven Ergebnis solltest du dich zeitnah ärztlich beraten lassen.

Wichtig zu wissen: Für die meisten Männer und für HPV-Infektionen außerhalb des Gebärmutterhalses gibt es aktuell keine routinemäßig empfohlene Testung. Umso wichtiger sind Aufklärung, offene Kommunikation und das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn du Fragen hast.

Ein HPV-Test ist nur ein Baustein im Umgang mit der eigenen Sexualgesundheit. Je nach Situation kann auch ein umfassenderer STI-Test ein Thema sein. Mehr dazu, was dich bei einem STI-Test erwartet, findest du in unserem Beitrag zum Thema STI-Tests.

Fazit

Weil HPV so verbreitet und meist symptomlos ist, können viele Menschen dem Virus begegnen, ohne es je zu bemerken. Zu verstehen, wie HPV sich überträgt, wie du das Übertragungsrisiko senken kannst und was ein Test zeigt, hilft dir, informierte Entscheidungen zu treffen, für dich und im Gespräch mit deinen Partner:innen.

Ein HPV-Testergebnis zu bekommen, fühlt sich zunächst vielleicht ungewohnt oder beunruhigend an. Wichtig ist, das Ergebnis mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen. Zusammen mit der Impfberatung und den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen kann ein Test dir helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und selbstbestimmt mit deiner sexuellen Gesundheit umzugehen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen oder auffälligen Befunden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Möchtest du mehr erfahren? Sieh dir die Quellen zu diesem Artikel an.

Christensen, N. D. (2016). HPV disease transmission protection and control. Microbial Cell, 3(9), 475-489. doi.org/10.15698/mic2016.09.530

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Petca, A., et al. (2020). Non-sexual HPV transmission and role of vaccination for a Better Future (review). Experimental and Therapeutic Medicine, 20(6), 1-1. doi.org/10.3892/etm.2020.9316

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